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Posts Tagged ‘gesellschaftliche Relevanz der Psychoanalyse’

Dieser Satz stammt von Margarete Mitscherlich, die in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre. Er könnte aber auch von mir sein.

Freiheitsgeist, das Eintreten für die Rechte der Frau, ein kritischer Blick auf unsere Gesellschaft in Verbindung mit dem psychologischen Verständnis der Psychoananlyse. All das verbindet mich mit dieser großartigen Frau.

Die Autorin des sehr schön geschriebenen und kompetenten Artikels zeichnet uns in ihrem Andenken an die Psychoanalytikerin, Feministin und Vordenkerin ein Bild, welches sie auch in unseren Tagen aktuell wie eh und je erscheinen läßt. Lesen Sie selbst.

Link zum Artikel von Christiana Puschak

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Regina Liedtke

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Eine ganze Nation trauert.

Mehr als 30 Seiten füllte die nicht abreißende Flut von Beiträgen der Medien bei meiner „Google-Suche“ zu seinem Tod. – 2.010.000 Such-Ergebnisse zu seinem Namen

Horst-Eberhard Richter / Dr.med., Dr.phil. (geb. 28.04.23 in Berlin; gest. 19.12.11 in Gießen), Professor an der Universität Gießen für Psychosomatik gehörte zu den ganz wenigen Psychoanalytikern, die sich offensiv in und für diese Gesellschaft engagierten.

Nach seiner Kriegserfahrung im 2. Weltkrieg als 18jähriger und der Ermordung seiner Eltern kurz nach Kriegsende, verfaßte er eine Doktorarbeit über die philosophische Dimension des Schmerzes. Von 1952 bis 1962 leitete er in Berlin eine Beratungs- und Forschungsstelle für seelisch gestörte Kinder und Jugendliche. Seine dort gemachten Erfahrungen mündeten in die Publikationen „Eltern, Kind und Neurose. Die Rolle des Kindes in der Familie / Psychoanalyse der kindlichen Rolle“  und „Patient Familie. Entstehung, Struktur und Therapie von Konflikten in Ehe und Familie“, die zu den tragenden Säulen meiner Erzieherausbildung Anfang der 70er Jahre gehörten und mir für meine spätere kindertherapeutische Arbeit eine wichtige Grundlage bildeten.

Nach kritischen Analysen der sozialen Reformbewegung der 1970er Jahre erschien sein kulturphilosophisches Werk „Der Gotteskomplex“. „Gott sein, statt Gott haben“ wolle der moderne Mensch in seinem auf die Naturwissenschaft gestützten Herrschaftswillen.

Seit den 80er Jahren war er einer der maßgeblichen Leitfiguren der Friedensbewegung, für die er sich in vielfältiger Weise aktiv einsetzte.

Das Ende seines literarischen Werks bildet der Titel: „Moral in Zeiten der Krise“ ,erschienen 2010.

Zeit seines Lebens hat sich H.E. Richter aktiv für die Reifung der menschlichen Persönlichkeit, Gesundung unserer sozialen Beziehungen und eine ethisch bessere Welt eingesetzt und steht damit m.E. in einer Reihe mit den Mitscherlichs (Vaterlose Gesellschaft, Unfähigkeit zu trauern), Erich Fromm (Kunst des Liebens, Haben oder Sein) sowie nach der deutsch-deutschen Wende Hans-Joachim Maaz (Der Gefühlsstau u.a.). Allesamt Themen, die in meiner tagtäglichen therapeutischen Arbeit eine wichtige Rolle spielen.

Sich berühren lassen und auch wenn´s weh tut, nicht zurückzuschlagen, sondern für Verständnis und Verständigung einzutreten – das war ihm ein Lebensmotto. Eine Herausforderung für uns alle. Jeden Tag wieder neu.

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